Teufelswandspitz – Rotwand – Tscheinerspitze – Gipfel und Pässe – Rosengartengruppe
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Wir kommen nun zu den Roe delle Strie. Sie gehören zu dem zackigen Kamme, der nördlich bis an die Rotwand führt. Roe delle Strie heißt italienisch »Rupi delle Streghe«, verdeutscht etwa die Felsen der Geister, Gespenster oder »Verwunschenen«. Es wird uns nun sofort klar, dass die Punta della Vecchia, eine der Roe delle Strie, irgendein altes, in einen Felszacken verwandeltes Weib ist.
Es folgt weiter nördlich eine Spitze, die von Herrn Johann Santner und Dr. Ludwig Darmstädter Teufelswandspitze genannt wird. Da mir kein älterer Name bekannt ist, stehe ich nicht an, diesen wohl von Herrn Santner erfundenen Namen aufzunehmen. Östlich von ihr finden sich zwei Türme, welche Herr Santner nach einem großen, im ersten Turme befindlichen Fenster Fenstertürme nennt. Da aber wahrscheinlich lange vor Herrn Santner dessen »Fenstertürme« den Namen Croz di Santa Giuliana führten und noch heute im Fassatale führen, so sähe ich gerne, wenn dieser Name beibehalten würde, ganz besonders weil derselbe schon auf der Generalstabskarte verzeichnet war, lange bevor Herr Santner seinen Namen erfand. Dr. Darmstädter gibt der Teufelswandspitze die Cote 2693 der Generalstabskarte, während diese sich tatsächlich auf die Croz di Santa Giuliana bezieht, wie das auf den meisten Karten ersichtlich ist. Wäre die Teufelswandspitze des Herrn Santner mit der Croz di Santa Giuliana identisch, so wären Herrn Santner’s Fenstertürme aus der Luft gegriffen, denn östlich befindet sich in solcher Höhe, bevor wir auf den beinahe 20 km entfernten Sasso Vernale stoßen, keine Spitze. Croz ist das italienische Croce, das deutsche Kreuz. Der Name rührt offenbar von der nordwestlich von und nahe bei Vigo di Fassa befindlichen Capelle Santa Giuliana her.
Nördlich von der Teufelswandspitze und der Croz di Santa Giuliana finden wir zwischen diesen und der Rotwand eine tiefe Schlucht, welche einen Übergang aus dem Vajolontal gegen Welschnofen und Tiers vermittelt. Diesen möchte ich nach der Schlucht Forcella del Canalone nennen, und glaube dabei auch bei den Tridentiner Alpinisten auf keinen Widerstand zu stoßen, zumal dieselben die von Osten zu ihr führende Schlucht in ihren Veröffentlichungen Canalone nennen. Sollte sich später ein älterer Name ausfindig machen lassen, so würde ich diesen natürlich vorziehen.
Die Rotwand ist die südlich der Rosengartenspitze am meisten bekannte Spitze. Der akzeptierte italienische Name ist Roda di Vael. Herr Merzbacher sagt aber Seite 363 seiner topographischen Notizen, es sei der Name »Piramida del Vajolon« in Vigo allgemein eingeführt, was Dr. Gambillo und Genossen bestreiten. Auch ich habe letzteren Namen nie gehört. »Roda di Vael« findet sich auch auf den Generalstabskarten. Das Wort Roda kommt vom italienischen ruota, deutsch Rad, und wurde zweifelsohne der Rotwand wegen ihrer, von Osten gesehen, halbkreisförmigen Form gegeben. Ob das deutsche Rotwand auch darauf zurückzuführen ist, kann ich nicht sagen. Doch ist der so genannte Gipfel von Westen gesehen eine so ausgesprochen rote Wand, dass er leicht seinen Namen von der Farbe der Wand bekommen konnte. Über die Etymologie des Wortes Vael werden wir später zu sprechen haben.
Nördlich von der Rotwand befindet sich die Forcella di Vael. Herr Merzbacher erwähnt dieser, ohne den Namen zu nennen, Seite 384 und 385 seiner Arbeit. Dr. Gambillo und Genossen behaupten zwar, dass Herr Merzbacher sie nicht kennt, aber das ist ein Irrtum. Dieser Übergang führt von Westen in den obersten Teil des Vajolontales, Vael genannt — daher der Name. Dr. Ludwig Darmstädter möchte daraus Vajolonpass machen.
Wir haben nun nördlich die sogenannte Tscheinerspitze.
Dieser Name wurde ihr von Herrn Merzbacher gegeben, nach den sich westlich befindenden Tscheiner Wiesen. Aber schon die Generalstabskarte verzeichnet für sie den Namen Cima della Sforcella (oder Forcella), welchen italienisch sprechende Touristen beibehalten wollten, obwohl für die Deutschredenden der neuere Name Tscheinerspitze geläufiger und schon ganz eingebürgert ist. Der italienische Name lässt sich leicht auf die oben erwähnte Forcella di Vael zurückführen. Dr. Gambillo und Genossen erzählen Seite 100 ihrer Arbeit, sie hätten in Fassa den Namen Sasso di Castello für dieselbe Spitze gehört. In dem von der Tscheinerspitze südlich ziehenden Grat gibt es eine Einsenkung und eine Erhebung, die Dr. Darmstädters Tscheinerpass und Vajolonspitze nennen will. Ich schlage nicht vor, diese Namen zu adoptieren, umso weniger als Dr. Darmstädter selbst, Zeitschrift 1889, S. 302-304, und »Erschließung« III, 391, die Tscheinerspitze von dem Joche zwischen Rotwand und Tscheinerspitze ersteigt, ohne jenes Passes und jener Spitze zu erwähnen. Es scheint, dass Herr Tucken den Namen Kalbleck auf die Tscheinerspitze bezog, indem die Generalstabskarte jenen oder einen ähnlichen Namen für die westlich davon befindlichen Wiesenhänge verzeichnet. Über den Namen Kalbleck oder Kölblegg werde ich später zu sprechen haben.
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Comments (2)
Bergfreunde
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Teufelswandspitz – Rotwand – Tscheinerspitze – Gipfel und Pässe – Rosengartengruppe…
Ich finde ihren Eintrag sehr informativ…
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Bergfreunde
| #
Cime delle Coronelle – Gipfel und Pässe – Rosengartengruppe…
Ich finde ihren Eintrag sehr informativ…
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